Vucjak – Die Schande (am Rande) Europas

Desaster - Das sich Europa nicht auf eine Lösung in der Flüchtlingsthematik einigen kann hat nicht nur endlose politische Debatten zur Folge. Vucjak - Das Paradebeispiel einer handlungsunfähigen europäischen Gemeinschaft, die nicht imstande ist, ihre eigenen Werte zu verteidigen, die nötigen Maßnahmen zu treffen und entsprechende Pläne vorzulegen.  Eine Müllhalde, Keine medizinische Versorgung, keine Unterkünfte, keine Lebensmittel und tausende Menschen ohne Hoffnung auf Besserung. Ein Zustand wie im Krieg, nur direkt an den Grenzen der wirtschaftsstärksten Gemeinschaft weltweit. Das Versagen der europäischen Staaten ist offensichtlich und kann nicht bestritten werden. Wie kann die EU einen solchen menschenverachtenden Zustand an ihren Grenzen dulden? Bemühungen auf europäischer Seite sind zwar vorhanden, doch reichen sie nicht im Geringsten aus.

Eingepfercht zwischen Minen und Müll

Vucjak ist eine Müllhalde. Dennoch schickt man Flüchtige aus Syrien, Afghanistan und Pakistan an diesen Ort voll Dreck. Es gibt weder  Wasser,- noch eine Stromversorgung. Da der Hygienezustand der Menschen katastrophal ist, brechen Krankheiten wie Krätze aus, sogar Fälle von Tuberkulose gab es schon. Weil es keine medizinische Versorgung und keine Medikamente gibt, heilen sich die Menschen aus ihrer eigenen Kraft heraus, leben mit der Krankheit oder sterben einfach. Da auf dem Gelände tausende Menschen leben, verbreiten sich Krankheiten wie ein Lauffeuer. Doch auch auf Unterstützung von außen können die Menschen nicht mehr zählen: Den wenigen Hilfsorganisationen und Privathelfern wurde es verboten, das Camp zu betreten, da es illegal sei. Somit kommen weder Arzneimittel, noch Kleider,- oder Nahrungsspenden zu den Flüchtigen. Viele von Ihnen sind traumatisiert von den Erlebnissen in ihrem Land und bräuchten dringend psychologische Betreuung. Doch nichts von alle dem erhalten Sie.  Neben den gesundheitlichen Gefahren sehen sich die Menschen dort auch der Minengefahr ausgesetzt: Den der Ort  liegt mitten in einem Minenfeld, zehn Kilometer von der Grenzstadt Bihac entfernt. Eine tiefgehende Demütigung für die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen.

Flüchtige werden an kroatischer Grenze misshandelt

Die katastrophalen hygienischen Zustände haben Krankheiten wie diesen zur Folge

Manchmal geschieht es dann doch, dass die Flüchtigen versuchen über die kroatische Grenze in den europäischen Raum zu gelangen. Manche kroatischen Grenzschützer haben es dann aber nicht so ganz mit Menschen,- und Asylrechten: Wenn die Flüchtigen erwischt werden, werden ihnen alle Wertgegenstände abgenommen. Die Menschen werden an der Grenze von Polizisten zusammengeschlagen und schwer verletzt. Doch in jedem Fall heisst es: Zurück auf die Müllhalde, sofort! Man kann davon ausgehen, dass die übrigen Mitgliedsstaaten über diesen Sachverhalt an den Grenzen der Europäischen Union informiert sind. Es stellt sich die Frage, warum gegen das Vorgehen kroatischer Beamten nicht vorgegangen wird. Warum hört man keine Debatte über diesen eklatanten Zustand? Die Regierungen der Staaten haben die Pflicht, Kroatiens Regierung sofort zu einer Beendigung dieser Situation zu zwingen, denn hier werden innerhalb europäischer Grenzen Menschenrechte mit Füßen getreten.

Hoffnung auf Besserung

Wie Medien berichten, soll das Lager geschlossen werden und die Flüchtigen auf die Standorte  Bira bei Bihac und Miral bei Velika Kladusa sowie in das Aufnahmezentrum Usivak in Hadzici bei Sarajevo verlegt werden, so bosnische Behörden. Es würde ein Neues Aufnahmelager gebaut werden. Das dieser Schritt nicht schon längst angegangen wurde ist furchterregend paradox, denn der Bedarf nach Handlung war schon längst gegeben. Ob, wie und wann die genaue Umsetzung dieses schlauen Planes erfolgt, zeigt die Zukunft.

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Aleksandra N.D. Engler

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