Iran – neue Stürme ziehen auf

Status: Es ist kompliziert. Das leider schon seit 1953, in dem Jahr, als die USA unter Eisenhower die Souveränität des Staates Iran verletzte und durch die Operation „Ajax“ einen Regimewechsel im Iran durchsetzt. Der damals amtierende Premier des Irans Mohammad Mossadegh wurde durch seinen damaligen Komplizen Fazlollah Zahedi ausgetauscht. Doch was hat Eisenhower dazu gebracht sich in die inneren Angelegenheiten des Irans so intensiv einzumischen? Welche Vorteile versprach er sich?

More...

Großbritannien: Erdöl um jeden Preis

Am Ende dreht sich alles um Öl: Angestoßen wurde der Regimewechsel von Großbritannien. Im Iran befinden sich große Mengen Erdölvorkommen, die Ressource ist ein absolut wichtiger Wirtschaftszweig. Als Mohammad Mossadegh 1951 ein Gesetz auf den Weg brachte, dass die Erdölindustrie verstaatlicht, mussten die Briten das um jeden Preis verhindern. Selbstverständlich steht das Öl den Iranern zu, doch Großbritannien durfte ihren „Anspruch“ auf das iranische Öl nicht verlieren.  Genau das hat eine Verstaatlichung der Ölindustrie Irans bewirkt: Die Briten sind von dem Öl abgeschnitten gewesen. Also suchten Sie Hilfe bei den Amerikanern. Präsident Truman ( 1945-1953) lehnte eine militärische Aktion ab. Also warteten die Briten bis 1953. Als Eisenhower (1953-1969) an die Macht kam, fand noch in demselben Jahr des Eides die Operation Ajax statt-ein Regimewechsel im Iran zu Gunsten der USA und Großbritannien. Mohammad Mossadegh wurde abgesetzt und an Seiner Stelle Fazlollah Zahedi platziert. Dabei lagen die Gründe bei Großbritannien ganz klar beim Erdöl, Eisenhower ging es aber noch um die Sowjetunion – es wäre ein herber Schlag, wenn die Ressourcen in die Hände des Feindes gelangen würden. Angeführt wurde die Operation von Kermit Roosevelt, dem Enkel Theodore Roosevelts und dem Cousin von Franklin Roosevelt. Während der Operation erhielt Kermit den Befehl zum Abbruch – und missachtete ihn. 

Der Plan geht nicht auf: Die Revolution im Iran 1979

Insert Image

1979 kam es zu einer Revolution im Iran, durch die Schah Mohammad Reza Pahlavi ( eingesetzt von den USA ) von Ruhollah Khomeini ersetzt wurde. Der war alles andere als ein Freund der USA und handelte auch nicht mehr nach den Interessen der Vereinigten Staaten. In demselben Jahr im Zuge der Revolution kam es zu einer Geiselnahme in der US-Botschaft.

1980 brach dann der Krieg zwischen dem Iran und dem Irak aus: Die USA nutzten die Gelegenheit und unterstützten den Irak im Kampf gegen den Iran. Neuste Entwicklungen geben Grund zur Sorge: Ein Ereignis führt zum Nächsten und es macht sich die Sorge nach einer Eskalation breit. Die Beiden Länder sind noch nicht einmal gegenseitig mit Botschaften vertreten. Doch wer will was in dem Konflikt und was sind die Streitpunkte heute?

Trump lässt Atomabkommen platzen

Das Atomabkommen ist ein Vertrag mit dem Ziel, die Urananreicherung des Irans, welche beim Bau von Atomwaffen gebraucht wird zu kontrollieren und zu minimieren. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) überwacht die Einhaltung des Irans, dadurch soll unter anderem Transparenz geschaffen werden. Im Gegenzug werden die Sanktionen gegen den Iran fallen gelassen, was dem Iran wirtschaftliche Erholung brachte. Frankreich, Deutschland, China, Russland, die USA und der Iran haben das Abkommen 2015 unterschrieben. Anders gesagt: sicherer hätte das Abkommen nicht sein können. Bis zum Jahr 2018, an dem der amerikanische Präsident Donald  beschloss, der Iran sei "a Regime of Great Terror". Er warf dem Iran vor, sich nicht an die Bestimmungen des Abkommens zu halten und die Gelder würden in die Finanzierung des internationalen Terrorismus fliessen. Das Abkommen nennt er ein „One Sided Deal“. Bezüglich der Urananreicherung gibt es sogar Beweise. Man möchte sie nur keinem zeigen. Und keinem sagen. Das erinnert an die nicht vorhandenen aber vom damaligen US- Verteidigungsminister Rumsfeld vorgelegten Beweise zu Massenvernichtungswaffen im Irak.

Da wusste jemand mehr als die Internationale Atomenergiebehörde! Die USA stiegen also aus. Die Folge war „das höchste Niveau an wirtschaftlichen Sanktionen“ der USA gegen den Iran– und drohten auch allen anderen, falls sie ihrem Weg nicht folgen wollen. Der Iran darf beispielsweise kein Öl mehr ins Ausland verkaufen.

Druck aus Washington

Treffen soll der Schlag den Iran in der Wirtschaft, aus Interessen des Erdöls und aus geopolitischen Gründen bezüglich Israel. Also wäre es von Vorteil für die USA, wenn auch andere Staaten Geschäfte mit dem Iran einstellen, je mehr, desto wirkungsvoller. Und wenn sie das nicht freiwillig machen, wird – wie so oft – nachgeholfen. Trump droht allen Regierungen:Jede Nation, die dem Iran bei seinem Verlangen nach Atomwaffen hilft, könnte auch von den Vereinigten Staaten stark sanktioniert werden.“ Dabei ist der Widerspruch eindeutig: KEINER der beteiligten Staaten hat Interesse daran, dass der Iran Atomwaffen besitzt. Und genau aus diesem Grund hält der Westen so sehr am Abkommen fest: Sie sehen es als einzige Möglichkeit, den Iran kontrollieren zu können. Trumps Weg führte dazu, dass der Iran schon angekündigt hat, den Vertrag ihrerseits zu brechen indem Sie mehr Uran anreichern. Doch der Iran will vor allem Eines: Die Weiterführung des Vertrags von Seiten Russland, China, Deutschland und Frankreich und den Stopp der amerikanischen Sanktionen. Ihr Druckmittel ist die Angst, die die Welt vor einer Atomwaffe in iranischen Händen hat. Doch die Anforderung die der Iran hat, kann von dem Westen nicht erfüllt werden: Die USA gehen ihren Weg, notfalls auch im Alleingang.

Die Tatsache, dass ein Präsident andere Staaten dazu auffordert seiner Politik zu folgen, falls nicht ihnen auf wirtschaftlicher Ebene durch Sanktionen zu drohen, zeigt die Überheblichkeit Trumps. Zwar eine wirksame, aber absolut niveaulose Waffe, denn es gilt das Recht der Souveränität und  jede Nation und jede Regierung entscheidet für sich wie sie im internationalen Raum mit wem Handel treibt.  Ein Weiterer Grund auf den sich Präsident Donald Trump stützt, ist die Finanzierung der Hizbollah, die im Lebanon agiert, der Hamas in Palästina und die Huthi-Rebellen im Jemen. Alle diese wurden von den Vereinten Staaten als Terrororganisation eingestuft. Tatsächlich stellen die Hamas ein Sicherheitsproblem für Israel dar. ( Mehr über Israel-Palästina hier). Doch auch die Revolutionsgarde, eine Eliteeinheit der Iranischen Streitkräfte, wird als Terrororganisation bezeichnet. Im Gegenzug hat der Iran das Zentralkommando der Streitkräfte der USA als eine solche ausgerufen.


About the author

Aleksandra N.D. Engler

Click here to add a comment

Leave a comment: